Mit den Florabars soll es weitergehen

Mit der Schließung der Florabars brach an den drei Standorten im Sternwartpark, Floragarten und Volksgarten/Emmastraße ein tolles und gerne angenommenes Angebot weg, was besonders schade ist, denn gerade jetzt erfreut sich Draußen-Gastronomie großer Beliebtheit. Unsere Fraktion in der Bezirksvertretung 3 (BV3) nahm sich der Frage an, wie ein Neubetrieb der Florabars ermöglicht werden könnte.

Bezirksbürgermeister Dietmar Wolf lud zum Ortstermin ein: Bei strömenden Regen trafen sich Mitglieder der BV3 mit Vertreter*innen des Amts zu Besichtigungen an der Emmastraße. Das Ergebnis kurz zusammengefasst:

  • Die drei Florabars müssen alle grundlegend saniert werden, aufgrund maroder Gebäudesubstanz und des Zustands der Wasser- und Stromleitungen.
  • Die Florabar im Floragarten an der Kronenstraße ist dermaßen sanierungsbedürftig, dass sich laut Verwaltung eher ein Neubau lohnt und preislich gleich oder sogar niedriger liegen würde.
  • Die notwendigen WC-Anlagen (für den Floragarten gäbe es mit dem Neubau eine richtige WC-Anlage) sollen nicht den Pächter*innen aufgelegt werden, sondern die Verwaltung soll sie als öffentliche WC-Anlagen betreiben, pflegen und reinigen – mit dazugehörden barrierefreien WCs.
  • Die Kosten für die Sanierung bzw. Neubau der drei Florabars wird über ca. 400.000 Euro liegen, wobei das Amt noch eine genaue Kostendarstellung zusagte.

Um die Weichen für den Neubetrieb zu stellen, hatte unsere Fraktion, insbesondere durch BV-Mitglied und Ratsherr Thorsten Graeßner, bereits im Herbst 2021 initiiert, dass ein Kulturangebot der neuen Pächter*innen verpflichtender Bestandteil der Neuausschreibung, d. h. für den Barbetrieb sein soll. Dem stimmte die BV3 zu und signalisierte dem Amt für Immobilienmanagment zudem, sich finanziell an der Sanierung beteiligen zu wollen.

Dietmar Wolf setzte das Thema Florbars und ihre Finanzierung für die Sitzung der BV3 am 29. März 2022 erneut auf die Tagesordnung. Die Mitglieder beschlossen mehrheitlich, die Sanierung bzw. den Neubau der drei Florabars aus den sensationell hohen Restmittel aus dem Jahr 2021, über die die BV verfügt, mit ca. 450.000 Euro komplett zu finanzieren. Die Verwaltung wird den Betrieb mit der Vorgabe eines Kulturprogramms für jeden Standort einzeln ausschreiben. Dietmar Wolf konnte eine bedeutende Ermäßigung für die zukünftige Pacht erreichen, indem er das Gartenamt, das für die Flächen vor den Bars zuständig ist, auf das geplante Kulturprogramm hinwies. Die Weichen sind damit gestellt.

So geht es nun weiter: Das zuständige Amt für Immobilienmanagement ist derzeit mit Sturmschäden an über 40 Gebäuden der Stadt herausgefordert, dazu kommt die Suche nach Unterkünften für Geflüchtete. Für die Florabars gibt es es aktuell folgenden Zeitplan:

  • Der Standort Emmastraße/Volksgarten wird derzeit geplant und voraussichtlich 2023 saniert werden.
  • Die Bar im Sternwartpark erfährt eine Sanierung, die im Floragarten einen kompletten Neubau, was beides in 2023 geplant und 2024 erfolgen soll.

Gerne machen wir auf unserer Homepage auf die Ausschreibungen aufmerksam, wenn uns diese vorliegen.

Bis zur Fertigstellung der drei Florabars in 2023/24 ist eine lange Zeit, was bei vielen Unverständis und auch Unmut erzeugt. Das können wir mehr als nachvollziehen. Wir bleiben daher mit dem Amt im Dialog und werden die Umsetzung intensiv begleiten. Auch für die Realisierung einer möglichen Zwischennutzung setzte sich Bezirksbürgermeister Dietmar Wolf ein. “Wir bringen auch das Wasser mit”, sagte eine Gastronomie-erfahrene Interessentin zum Standort Floragarten. Eine solche temporäre Nutzung der drei Bars könne jedoch nicht genehmigt werden, so das Amt für Immobilienmanagement, da diese auch dafür mit den nahezu gleichen Arbeits- und Zeitaufwand hergerichtet werden müssten. Das Baurecht kennt keine Zwischennutzungen.

Wir GRÜNE bleiben an dem Thema dran, sodass das so beliebte Angebot hoffentlich bald wieder in unsere Parks zurückkehrt.