Jahrestag Fukushima: Atomkraft bleibt hochriskanter und extrem teurer Irrweg

Zum Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima erklärt Simone Peter, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
„Der Super-GAU in Fukushima vor sechs Jahren machte Zehntausende zu Heimatlosen, die wegen der hohen Strahlenbelastung nicht länger in naheumliegenden Gebieten bleiben konnten. Tausende neue Krebsfälle sind in Zukunft nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen zu erwarten und die Folgen werden das Land noch jahrelang belasten. Noch heute liegen rund 1500 gefährlich strahlende geschmolzene Brennstäbe in den zerstörten Reaktoren von Fukushima. Sicher ist bei Atomkraft nur eines: Sie ist und bleibt ein hochriskanter und extrem teurer Irrweg.

Auch Europa lebt weiterhin mit dem Risiko einer Atomkatastrophe. Gerade an den Grenzen Deutschlands sind viele AKW in sehr schlechtem Zustand. In den belgischen Atomkraftwerken Doel  und Tihange oder in den französischen Fessenheim und Cattenom kam es seit Inbetriebnahme zu hunderten von Stör- und Zwischenfällen, grundsätzliche Sicherheitsanforderungen werden nicht erfüllt. Sie sind eine tägliche Gefahr.

Radioaktive Strahlung macht nicht vor Grenzen halt. Deswegen muss sich die Bundesregierung in Bezug auf grenznahe AKW rund um Deutschland mit besonderem Nachdruck für eine Reduktion des Atomrisikos einsetzen und konsequent auf die Stilllegung der ältesten und gefährlichsten Meiler im Interesse der europäischen Bürgerinnen und Bürger drängen.

Wir fordern die Bundesregierung außerdem auf, sich dafür einzusetzen, den Euratom-Vertrag zu ändern, damit betroffene Anrainerstaaten ein Mitspracherecht bei den Sicherheitsanforderungen angrenzender Atomkraftwerke bekommen.“

Dietmar Wolf, Grüne Bilk dazu: Von Bilk nach Tihange sind es 165km Autobahn, Luftlinie noch weniger. Das risikoreiche belgische Atomkraftwerk liegt fast genau in südwestlicher Richtung von uns, damit fast genau in der hier vorherrschenden Windrichtung. Keinesfalls besser sieht es mit dem französischen Atomkraftwerk Cattenom aus, was sehr nahe an Trier/Rheinland-Pfalz liegt.
Ich freue mich, dass Rheinland-Pfalz sich nun auch an die Klagen der Region Aachen und des Landes NRW angeschlossen hat. Heute und zukünftig muss das Land NRW gegen Kernenergie vorgehen. Wer kann dies besser als Die Grünen? Die Alternativen sind bestens bekannt: Regenerative Energieen, ein Wirtschaftsfaktor in Deutschland, der den der Atomernergie bereits bedeutend übersteigt, und als Beispiel, Gasturbinenkraftwerke mit Kraftwärmekopplung (Fernwärme), wie das mordernste seiner Art auf der Lausward in unserem Stadtbezirk.

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